Spilt Milk

Perfekte Gesichter- Gedoubelte Existenzen.
Auswechselbare Feinde – Auswechselbare Freunde.
Maskenähnliche Gesichter – Gesichterähnliche Masken
Was ist unheimlicher? Was ist schöner?
Personen, die hinter Ihrer Maske etwas verbergen
Maskenträger, die eins werden wollen mit uns

Ihre Perfektion verflucht unsere Zeitlichkeit.
Ihre Selbstoptimierung löscht unser Selbst
First Life/Second lives
Verschütten wir die Milch!
Bleibt etwas Lebendiges übrig?
Jeden Augenblick vernichtet die Maschine Gesichter.
Mit der Sterblichkeit verlieren wir unsere Kreatürlichkeit
Mit der Kreatürlichkeit unsere Unschuld.
Mit der Unschuld Unser Recht auf Anfang
Auf VeränderlichkeitEs ist möglich,
das Zeitliche zu segnen
Sei die Antwort.
Sei die Frage
Todesverachtung.Lebensmut
Morgen
Nichts ist trostloser als

VERSCHÜTTETE MILCH

 

Nicht Mensch/Nicht Traum

SCHÖNSTE ALLER WELTEN

1646* – Olaf Martens auf den Spuren von Gottfried Wilhelm Leibniz Zur Vorbereitung des Leibnizjahres 2016 begab sich der Leipziger Fotograf Olaf Martens auf eine Spurensuche des genialen Mathematikers, Philosophen und Vordenkers. Es galt in mehreren fotografischen Versuchsanordnungen einen Weg zur Visualisierung von dessen visionären Zukunftsentwürfen und bahnbrechenden Entdeckungen zu finden. Olaf Martens Armee aus scheinbar perfekten Roboter-Menschen geistert durch eine künstliche Welt, in der jegliche Grautöne und Unwägbarkeiten nicht mehr existieren. Im von Leibniz vorweggenommenen dualen System 0 |1 – unser digitalisierten Welt von heute – lässt sich der Unterschied zwischen Mensch und Maschine, Gesicht und Maske kaum noch identifizieren. Wie aus der Zukunft gefallene Unmenschen versuchen die „Robots“ mit Leibnizschen Requisiten der Welterkennung, Erdkugel, Mineralien, Brief, Register und Wunderkammer, die „Beste aller Welten“ zu verstehen. Den Geisterwesen ist abhanden gekommen, was den echten Menschen einst auszeichnete: Kreatürlichkeit und Sterblichkeit. Sie suchen wie im Spiel nach etwas Verlorenem. Und können es – als bewegten Sie sich in einem Paralleluniversum – nie mehr finden. Und trotzdem war im Moment des Shootings alles echt: die Masken sind selbstgebaut – Abgüsse realer Personen. Die Räume und Landschaften analog und heutig wirklich vorhanden. Die Szenerie: Barockgarten, Naturkundemuseum, Gipsabguss-Sammlung, Forschungslabore und Festsaal. Die Akteure Mitglieder verschiedener Leipziger Vereine und Studierende. Der Fotograf Olaf Martens, geboren 1963 in Halle an der Saale, absolvierte 1992 nach seinem Studium die Meisterklasse an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Seitdem freischaffend tätig als Fotograf. Zahlreiche Publikationen und Ausstellungen. Seit 2004 u.a. tätig als Lehrer in Madrid, Sydney, Bangkok, Moskau und Berlin.